Fachschülerinnen und -schüler besuchen den Niedersächsischen Landtag in Hannover – Zukunft der Landwirtschaft, Bürokratieabbau, Baurecht und Tierwohl im Fokus – Landtagsabgeordnete kommen zu weiterer Diskussion in die Justus-von-Liebig-Schule Vechta – Neunte Fachexkursion der Einjährigen Fachschule Landwirtschaft – Modul 6 Optionale Lernangebote
Am Freitagmorgen, den 29. Mai 2025, machten sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 1-1 der Fachschule Agrarwirtschaft zusammen mit ihrem Klassenlehrer Detlef Breuer schon vor Schulbeginn auf den Weg zum Niedersächsischen Landtag in Hannover. Nach den zwei letzten schriftlichen Prüfungen in dieser Woche war diese Fachexkursion eine interessante Abwechselung.
Neben einer Führung durch den Landtag und einem Besuch des Plenums stand eine agrarpolitische Diskussion mit den Landtagsabgeordneten Doris Schröder-Köpf (SPD), Christian Schröder (Bündnis 90 / Grüne) und Christian Calderone (CDU) im Mittelpunkt. Im Vorfeld hatten die angehenden „Staatlich geprüften Wirtschafter“ den Landtagsabgeordneten aller im Landtag vertretenen Parteien einen Fragenkatalog zu dreizehn agrarpolitischen Schwerpunktthemen mit insgesamt 123 Fragen zugeschickt. Aus der Vielzahl der Themen wurden die Blöcke Zukunft der Landwirtschaft, Bürokratieabbau, Baurecht und Tierwohl ausgewählt, die von den beiden Fachschülern Jan gr. Burhoff und Tjade Briest anmoderiert wurden. Die drei Landtagsabgeordneten zeigten sich sehr gut vorbereitet und nahmen zu den einzelnen Themen dezidiert Stellung.
Doris Schröder-Köpf, Vorsitzende des Ausschusses Inneres und Sport, ist für die Zukunft der niedersächsischen Landwirtschaft positiv gestimmt, denn das Thema Versorgungssicherheit und Lieferketten habe mittlerweile eine völlig neue Dimension erreicht. Die Landwirtschaft biete hier eine wichtige Resilienz, es gehe um Versorgungssicherheit. Bezüglich des Baurechts sagte Frau Schröder-Köpf, dass man die niedersächsische Bauordnung bereits vereinfacht habe, allerdings gebe es in der Praxis noch Umsetzungsprobleme.
Zum Bürokratieabbau berichtete Christian Schröder, Sprecher von Bündnis 90 / Grüne für Verbraucherschutz, Ernährung, Tierschutz, Jagd, Forstwirtschaft und Raumordnung sowie Mitglied des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, dass man in Zusammenarbeit mit dem Landvolk Niedersachsen neunzig Punkte herausgearbeitet habe, wo man den bürokratischen Aufwand verringern könnte. So gebe es aktuell den Ansatz, die Tiermeldungen zu vereinfachen. Dahinter stehe die Idee eines einzelnen Portals für alle Meldungen, anstatt wie bisher mehrmalige Meldungen an verschiedene Behörden zu machen.
Darüber hinaus werde derzeit die Vereinfachung der Agrardieselbeihilfe geprüft, so dass zukünftig keine Rechnungen mehr eingereicht werden müssten.
Christian Calderone, CDU-Wahlkreisabgeordneter aus Bersenbrück und Mitglied des Ausschusses für Rechts- und Verfassungsfragen, verwies beim Baurecht auf die Zuständigkeit des Bundestages. Damit in den Veredlungsregionen auch Tierwohlställe gebaut werden könnten, müsse erst der Bund die rechtlichen Rahmenbedingungen schaffen. Er kritisierte die überhöhten Berichtspflichten und regte an, Kontrollen zusammenzufassen. Ein Ansatz könnte sein, grundsätzliche alle Berichtspflichten abzuschaffen und das Ministerium müsse dann begründen, warum die jeweilige Berichtspflicht wichtig sei.
Der Erfahrungsaustausch erwies sich für alle Beteiligten als sehr wertvoll. Da nicht alle Themen und Fragen bearbeitet werden konnten, boten alle Abgeordneten spontan an, die Diskussion an der Justus-von-Liebig-Schule in Vechta fortzusetzen. Dies soll dann anfangs des neuen Schuljahrs erfolgen. Zu diesem Termin werden dann auch die agrarpolitischen Sprecher aller im Landtag vertretenen Parteien eingeladen werden.

