Für drei Tage begaben sich die Schülerinnen und Schüler des zweiten und dritten Lehrjahres der Berufsschule Landwirtschaft sowie die Schülerinnen und Schüler der Einjährigen Fachschule Agrarwirtschaft der Justus-von-Liebig-Schule auf Exkursion nach Mecklenburg-Vorpommern.
Erste Station der Fahrt war am Mittwoch, den 10.6.2026, die Besichtigung des LPG-Nachfolgebetriebes Landboden Glasin. Seit 1992 wird in dem Lohnunternehmen nachhaltige Landwirtschaft betrieben. Beeindruckt zeigten sich die Schülerinnen und Schüler von der Größe des Betriebs: Über 70 Mitarbeiter und Auszubildende bewirtschaften 4000 ha Ackerland und 1200 ha Grünland. Des Weiteren umfasst der Betrieb 950 Milchkühe, 500 Muttersauen, 850 Mutterschafe, 1000 Milchziegen, 7200 Bio-Puten sowie Freilandgänse. Auch die Direktvermarktung von Produkten managen die Mitarbeiter. Ein weiterer Schwerpunkt des Betriebes ist die regenerative Energie. Eine Biogasanlage und eigene Hoftankstelle für Biomethan/Bio-CNG komplettieren das umfassende Angebot des Lohnunternehmens.
Auf dem Familienbetrieb „Ökohof Liescher“ in Teschow, auf dem seit über 25 Jahren nachhaltige Landwirtschaft betrieben wird, stand u. a. die Bio-Jungsauenvermehrung im Fokus der Betriebsbesichtigung. Diese wird für eines der weltweit erfolgreichsten Zuchtunternehmen (PIC) durchgeführt. Alle zukünftigen Sauen werden in freier Abferkelung geboren, der Ringelschwanz bleibt standardmäßig erhalten und alle Sauen sind frei vom PRRS-Virus.
Außerdem erfuhren die Schülerinnen und Schüler, dass nachhaltige und konventionelle Landwirtschaft sich nicht ausschließen müssen: Neben dem ökologischen Betriebsteil, der 140 ha Bio-Grünland, 150 Bio-Jungsauen sowie Fleckvieh-Mutterkühe umfasst, führt das Unternehmen auch einen konventionelle Betriebszeig. Auf 450 ha wir Ackerbau betrieben, 95 Milchkühe gehalten sowie 3000 Legehennen in Bodenhaltung versorgt.
Über 400 Kilometer von Vechta entfernt steht der elterliche Betrieb unserer Schülerin Sophie Meyer, den die Exkursionsteilnehmer am Nachmittag besuchten. Sophie und ihre Eltern stellten den Gästen den großen landwirtschaftlichen Familienbetrieb B. u. M. Meyer GmbH und Co. KG südlich der Mecklenburgischen Schweiz vor. 360 zu melkende Kühe, 5000 Schweinemastplätze, 1300 ha Ackerbau, 200 ha Grünland sowie zwei Biogasanlagen wurden besichtigt.
Am letzten Tag der gemeinsamen Fahrt nahmen die Schülerinnen und Schüler in zwei Gruppen zwei weitere Betriebe in Augenschein.
Ein besonderes Unternehmenskonzept lernten sie auf dem Betrieb Dabelstein GbR kennen. Er gehört zur Erzeugergemeinschaft „Qualitätsgetreide und Raps Müritzring e. V.“, die 1999 gegründet wurde. „Einer für alle, alle für einen“ könnte man die Philosophie hinter dem Zusammenschluss der 26 Mitgliedsbetriebe und 41 Partnerbetriebe beschreiben, die gemeinsam am Markt auftreten. Die Mitgliedsbetriebe befinden sich v. a. im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, aber auch einzelne Betriebe an der Ostseeküste oder an der polnischen Grenze gehören zur Erzeugergemeinschaft. Die Mitgliedsbetriebe vermarkten gemeinsam ihr Produkte und gestalten den Betriebsmitteleinkauf gemeinschaftlich.
Am südlichen Zipfel der Müritz, in Karbow, hieß Helmut Solf die Vechtaer auf dem Familienbetrieb willkommen. Er stellte den Schülerinnen und Schülern vor, wie nachhaltig Qualitätsprodukte für den Verbraucher transparent erzeugt werden können, damit dieser die Produkte mit einem guten Gefühl genießen kann. Auch sein Betrieb gehört zu den ganz wenigen, die Schweine- und Ferkelaufzucht in Mecklenburg-Vorpommern betreiben. Seit einigen Jahren werden die Tiere auf dem Hof gemästet. Umgeben ist der Hof von Feldern mit Getreide, Eiweißfrüchten und Kleegras, die als wertvolles Futter für die Schweine dienen. Der Anbau von Sonnenblumen und Raps dient der Speiseölgewinnung.
Neben den informativen Besichtigungen war auch das gemeinsame Zelten ein Highlight der Fahrt. Im Natur- und Ferien-Park „Am Großen Labenzer See“ campierten die 81 Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrkräften Eva Hoffbauer, Lisa Preut und Andreas Klaus. Zum Ausklang des Tages wurden die Eindrücke des Tages vor der Kulisse des Labenzer Sees reflektiert und diskutiert.




