Nachgefragt! – Podiumsdiskussion zur Zukunft der Landwirtschaft

Unter dem Motto „Zukunft gestalten. Landwirtschaft stärken.“ diskutierten am Mittwoch, dem 30. September 2026, die Landtagsabgeordneten Alfred Dannenberg (AfD), Thore Güldner (SPD), Hartmut Moorkamp (CDU) und Christian Schroeder (Bündnis 90/Die Grünen) mit Schülerinnen und Schülern der Zweijährigen Fachschule Agrarwirtschaft der Justus-von-Liebig-Schule. Auch Fachleute aus der regionalen Landwirtschaft und weitere Gäste verfolgten die Diskussion.

Nach der Begrüßung durch Schulleiterin Oberstudiendirektorin Marion Jänen forderte Fachlehrer Detlef Breuer in seinem Impuls mehr Dialog mit der Landwirtschaft, Mitsprache und konkrete Antworten auf die Herausforderungen der Betriebe. Die Fragen an die Politiker stellten die Fachschülerinnen und -schülern Jan Gr. Burhoff, Hannah Schierbaum Christina König, Tjade Briest und Linus Brünjes. Zusammen mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern der Zweijährigen Fachschule Agrarwirtschaft – Klasse 2 – hatten sie die Fragen im Politikunterricht vorbereitet. Im Mittelpunkt standen Planungssicherheit, Bürokratie, Wirtschaftlichkeit, Tierwohl, Stallumbauten und erneuerbare Energien.

Alle Abgeordneten sahen erneuerbare Energien, insbesondere Biogas, als Chance. Güldner und Moorkamp betonten außerdem die Bedeutung der Tierhaltung. Bei Preisen und Märkten setzten sie unterschiedliche Akzente: Dannenberg verwies auf das Missverhältnis zwischen Kosten und Erlösen und mögliche staatliche Eingriffe. Güldner sprach über die Marktmacht, die Rolle von Staat und Kartellbehörden sowie die Stärkung regionaler Initiativen. Moorkamp plädierte für ein neues Preisfindungssystem. Schroeder hob die Konzentration von Marktanteilen, die Bedeutung von Nischen und die Kennzeichnung von Lebensmitteln hervor.

Einig waren sich die Politiker darin, Bürokratie abzubauen und Anforderungen effizienter zu gestalten. Moorkamp und Dannenberg schlugen ein zentrales Meldeportal vor, Güldner weniger Mehrfachanforderungen und geschlossene Stoffkreisläufe. Schroeder sprach sich für eine gemeinsame Plattform aus. Bei Kontrollen plädierte Moorkamp für praxisnahe Verfahren; Schroeder für gezielte Kontrollen und einen toleranten Umgang mit Fehlern.

Als wichtige Voraussetzungen für die Zukunft nannten die Abgeordneten verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit. Dannenberg setzt auf niedrigere Energiekosten und verwies auf die Nutzung von russischem Gas. Güldner auf Rechtssicherheit, erreichbare Fördermittel und Modernisierung. Moorkamp sprach sich für faire Wettbewerbsbedingungen und mehr unternehmerische Freiheit aus. Schroeder betonte die Entlastung kleinerer Betriebe und die Unterstützung der Ausbildung.

Die Diskussion zeigte, dass es unterschiedliche Vorstellungen davon gibt, wie die Landwirtschaft in Niedersachsen künftig gestaltet werden soll. Viele Entscheidungen fallen zudem auf Bundes- und EU-Ebene. Umso wichtiger sei der Austausch zwischen Politik und Praxis, damit tragfähige Perspektiven entstehen.

Zum Gelingen der Veranstaltung trugen neben den Gästen und den Schülerinnen und Schülern auch Politiklehrer Georg Schürmann als Moderator sowie die beteiligten Fachlehrerinnen und Schülergruppen bei. Besonderer Dank galt Detlef Breuer für die Organisation und Fachbereichskoordinatorin Karen Winkelmann für die Unterstützung bei der Vorbereitung.

Symbolbild, Grafik KI-generiert mit ChatGPT, 16.10.2026

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