Zum 19. Mal gestalteten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 2 der Berufsfachschule Sozialpädagogische Assistenz der Justus-von-Liebig-Schule einen Tag der Bewegung mit Kindern.
Im Vorfeld dieses Workshoptages wurden die 32 angehenden Sozialpädagogischen Assistentinnen und Sozialpädagogischen Assistenten im Unterrichtsmodul „Optionales Lernangebot – Bewegter Kindergarten“ von ihrer Fachlehrerin Martina Helmes zu Expertinnen und Experten für Bewegungserziehung mit dem sogenannten Hengstenberg-Material ausgebildet.
Bei dem Material handelt es sich um einfache Geräte wie z. B. Balancierstangen, Vierkanthölzer oder Kippbretter, die sich laut der Pädagogin Elfriede Hengstenberg für die frühkindliche Bewegungsförderung bewährt haben, da deren Bewältigung motorische und koordinative Grundfähigkeiten der Kinder schult.
Seit 2005 setzt das Niedersächsische Kultusministerium auf der Grundlage einer Landtagsentschließung das Programm „Bewegter Kindergarten“ nach Hengstenberg um. Die Landtagsentschließung stellte fest, dass die grundlegende und intensive Bewegungserziehung ein unverzichtbarer Bestandteil der Erziehung und Bildung in den Kindertagesstätten ist. Im Sinne des vom Niedersächsischen Kultusministerium initiierten Projektes „Bewegter Kindergarten“ wirken die Absolventinnen und Absolventen der Berufsfachschule Sozialpädagogische Assistenz der BBS III Vechta zukünftig als Multiplikatoren in sozialpädagogischen Einrichtungen des Landkreises Vechta, indem sie ihr Wissen über und die Erfahrung mit dem Hengstenberg-Material in die Kindergärten und -horte hineintragen.
Ziel des Projektes ist, die Bewegungsfreude der Kinder zu wecken sowie ihre Bewegungskompetenz zu fördern. Da körperliche Aktivität nachweislich die Bildung von Nervenzellen im Gehirn stimuliert, ist die frühkindliche Bewegungsförderung nicht nur für die körperliche Leistungsfähigkeit der Kinder elementar wichtig, sondern auch der Schlüssel zu günstigen Lern- und Entwicklungsbedingungen. Der Ausbildung der angehenden Sozialassistentinnen und -assistenten zu Bewegungsexperten im Unterricht kommt somit eine besonders wichtige Rolle zu. Neben der fachwissenschaftlichen Erarbeitung des Themas mussten die Schülerinnen und Schüler im Unterricht in Gruppen Bewegungsangebote nach dem Hengstenberg-Modell planen und durchführen.
Eine Herausforderung während der Projektdurchführung war für die Berufsfachschülerinnen und
-schüler, den Kindern genügend Zeit zu geben, die Hindernisse im Parcours ohne Hilfe auszuprobieren und Problemlösungen selbst zu finden. Die angehenden Sozialassistentinnen und Sozialassistenten lernten, sich zurückzunehmen und aus einer beobachtenden Rolle heraus das Selbstbewusstsein und Selbstlernen der Kinder zu fördern. Neben dem Parcours erarbeiteten die Berufsfachschülerinnen und
-schüler weitere Bewegungs- und Gesundheitsangebote für Kinder und Jugendliche in pädagogischen Einrichtungen und führten diese dann durch.
Das Feedback der Schülerinnen und Schüler zum Projekt fiel einhellig positiv aus. Nicht nur die umfangreichen Erfahrungen hinsichtlich der Schulung kindlicher Bewegungskompetenz empfanden sie als Gewinn, sondern auch die Implementierung der Philosophie der großen Pädagogin Maria Montessori in Bewegungseinheiten, im Sinne von „Hilf mir es selbst zu tun“. Die Kinder gaben in der Anschlussreflexion durchgängig positive Rückmeldungen. Zitat M. (9 Jahre): „Das war ein cooler Tag.“





