Schüler der Fachschule Sozialpädagogik präsentierten das Projekt „Plastik: Segen hier – Fluch da“

Bis zu fünf Gramm Mikroplastik nimmt jeder von uns wöchentlich über das Essen, das Trinkwasser, die Kosmetik und die Luft auf – das entspricht einer Kreditkarte. Diese und viele weitere erschreckende Fakten rund um das Thema „Plastik“ präsentierten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 2 der Fachschule Sozialpädagogik am Freitag, den 06.03.2020, in der Aula der Justus-von-Liebig-Schule der Schulöffentlichkeit.

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Im Rahmen des Moduls 5 „Professionelle Gestaltung von Bildungsprozessen 2“ und der Teilnahme am Schülerwettbewerb zur politischen Bildung der Bundeszentrale für politische Bildung konzipierten die Fachschülerinnen und -schüler unter Leitung der Fachlehrerinnen Yvonne Stockhausen-Towfighi und Friederike Selker in Gruppenarbeit eine Ausstellung zum Thema „Plastik: Segen hier – Fluch da“. Diese ist zugleich ein Projekt im Rahmen der Bewerbung der Justus-von-Liebig-Schule um das Zertifikat „Umweltschule in Europa“ des Niedersächsischen Kultusministeriums.

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Mithilfe von Infotafeln, eines Filmes und Mitmachaktionen zu verschiedenen inhaltlichen Schwerpunkten vermittelten die angehenden Erzieherinnen und Erzieher ihren Mitschülern, dass Plastik eine Bedrohung für Mensch, Tier und Natur ist. Mirko- und Nanoplastikpartikel gelangten in die Umwelt und hätten dort weitreichende bedrohliche Folgen, betonten die Fachschüler. Des Weiteren gefährdeten giftige Zusätze in Plastik die menschliche Gesundheit. 

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Die Besucher der Ausstellung erfuhren, dass Plastik uns überall umgibt – auch dort, wo wir es gar nicht vermuten: in Lebensmitteln wie Honig, Milch und Wasser oder in Kosmetika wie Zahnpasta, Peelings und Cremes. Um dem versteckten Plastik auf die Spur zu kommen, helfe die „Codecheck App“, konstatierte ein Schülerteam. Mit dieser App könne man Produkte wie z. B. Kosmetika auf ihren Plastikanteil prüfen. 

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Des Weiteren informierten die Fachschüler darüber, welche Lösungsmöglichkeiten von Initiativen, Institutionen und der Wissenschaft bereits angeregt, erprobt und umgesetzt werden, um den Plastikkonsum und -müll zu reduzieren. Aber auch jeder Einzelne könne dazu beitragen, die Plastikberge zu minimieren, appellierten die Schüler an die Ausstellungsbesucher: Beispielsweise könne man unverpacktes Gemüse und Obst kaufen, mehrfach verwendbare Einkaufstaschen nutzen, auf Plastik-Einwegprodukte wie Strohhalme und Plastikgeschirr verzichten, Mehrwegflaschen aus Glas oder wiederauffüllbare Trinkflaschen benutzen, Müll konsequent trennen sowie Müll in der Natur aufheben und ordnungsgemäß entsorgen. Zudem empfahlen die Fachschüler, polyesterfreie Kleidung zu kaufen, da sich beim Waschen aus Polyester Mikroplastik löse. Außerdem erfuhren die Besucher, dass Autofahren nicht nur aufgrund der Luftverschmutzung mit Kohlendioxid enorm umweltschädlich ist, sondern auch weil der Reifenabrieb eine der größten Quellen für Mikroplastik ist. 

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Weitere Projektgruppen erklärten, was Plastik so gefährlich macht und wie man sich im Alltag vor der unsichtbaren Gefahr durch Mikro- und Nanoplastik sowie sich aus Plastik lösenden Giftstoffen schützen kann. Insbesondere solle man darauf achten, Produkte mit sogenannten Hart- und Weichmachern wie Bisphenol, Phtalate und PAK zu meiden, stellten die angehenden Erzieher fest. Diese steckten z. B. in Kunststofftrinkgefäßen, Kinderspielzeug (v.a. aus Asien), Ummantelungen (z. B. von Kabeln), Lebensmittelverpackungen und Konservendosen. Dementsprechend solle man darauf achten, Fertiggerichte vor dem Erhitzen aus der Packung zu nehmen, Mehrwegflaschen aus Glas zu benutzen, auf PVC-haltige Produkte zu verzichten bzw. diese auf keinen Fall auf der Haut zu tragen (z. B. PVC-haltige Regenjacken und -hosen, Gummistiefel, Badelatschen), Lebensmittel nicht mit Frischhalte- oder Alufolie abzudecken und nur Schnuller mit dem Aufdruck „BPA free“ zu verwenden. Auch den Kunststoff Polycarbonat, der als Glasersatz diene, solle man meiden, warnten die Fachschüler. Für den menschlichen Organismus könne ein erhöhter Anteil an Mirko- bzw. Nanoplastik sowie eine Aufnahme der giftigen Bestandteile im Plastik bestehende Krankheiten verstärken oder neue hervorrufen (z. B. Krebs, Allergien, Unfruchtbarkeit, Herzerkrankungen).

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Aber nicht nur für uns Menschen habe der Plastikkonsum gravierende Folgen – auch die Tier- und Pflanzenwelt werde massiv durch Plastik bedroht, warnte eine Projektgruppe. Jede Minute gelange eine Müllwagenladung Plastik ins Meer. Insgesamt befänden sich bereits 150 Millionen Tonnen Plastik in den Ozeanen. Voraussichtlich werde sich diese Menge bis zum Jahr 2030 verdoppeln. Fische, Schildkröten und andere Meeresbewohner verfingen sich beispielsweise in alten Fischernetzen oder Plastikinseln. Des Weiteren fräßen die Tiere Plastik, woran sie verenden könnten. Die größte gefundene Menge Plastik in einem Lebewesen sei 100 Kilogramm Müll im Magen eines gestrandeten Pottwales gewesen. Dies sei nur ein Beispiel für die Folgen der global wachsenden Plastikmüllmenge. Auch auf dem Land seien viele Tiere und ganze Tierarten u. a. durch Plastik vom Aussterben bedroht, konstatierten die Schüler. 

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Aufgrund der Nahrungskette gelange das von den Tieren verzehrt Mikroplastik auch wieder in den menschlichen Körper, klärten die Schüler die Besucher auf. Durch den Verzehr von Fisch und Fleisch äßen wir Mikro- und Nanoplastikpartikel mit. Aber auch in Obst und Gemüse stecke Plastik, das die Pflanzen durch ihre Wurzeln aufnähmen. 

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Neben den gravierenden negativen Folgen des Plastikkonsums thematisierten die Fachschüler auch die sinnvolle Nutzung von Plastik. Insbesondere in der Medizin könne nicht auf Plastik verzichtet werden. Beispielsweise seien Einwegplastikspritzen aus hygienischen Gründen unersetzlich, stellten die angehenden Erzieher fest.

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Als Fazit der Ausstellung konnten die Besucher die Erkenntnis ziehen, dass jeder von uns im Alltag auf Plastik verzichten kann. „Dies sei einfacher, als man denkt!“ bemerkten die Fachschüler. 

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