14
September

Hendrik Bröring begeistert beim Fokus Schwein in Spelle

Agrarbereich Mitorganisator der traditionellen Vortragsveranstaltung – Trotz letzten Ferientages viele aktuelle und ehemalige Schüler in Spelle – Durchwachsener Schweinemarkt – Mehr Tierschutz muss bezahlt werden

 

Wenn über 400 Besucher interessiert den Vorträgen lauschen und die Zuhörer mit frischen Ideen und neuem Wissen zufrieden nach Hause fahren, dann war es wieder Zeit für „Fokus Schwein“. Die erfolgreiche Veranstaltung von der BRÖRING Unternehmensgruppe aus Dinklage und Boehringer Ingelheim Vetmedica fand nun schon zum 8. Mal statt, dieses Jahr in Spelle im Emsland. Und wieder war der Agrarbereich der Justus-von-Liebig-Schule Vechta an der Organisation beteiligt.

 

Obwohl es der letzte Ferientag in Niedersachsen war, hatten sich mehrere ehemalige und aktuelle Schülerinnen und Schüler, z.T. mit ihren Eltern oder Ausbildungsbetrieben, auf den Weg nach Spelle am Dortmund-Ems-Kanal gemacht. Und so gab es neben den Fachinformationen für die Vechtaer Lehrer natürlich auch ausreichend Gesprächenpartner.

 

Hendrik Bröring Einen beachtenswerten Vortrag hielt Hendrik Bröring, Sauenhalter aus Uptloh und ehemaliger, überzeugter Justus-von-Liebig-Schüler. Der 26-jährige gab einen Einblick in das Management seiner Ferkelaufzucht. Neben 400 Sauen und Mastschweinen im geschlossenen System bewirtschaftet er noch 55.000 Hähnchenmastplätze. Aufgrund seines ausgefeilten Fruchtbarkeitsmanagements erzielt er 33,9 abgesetzte Ferkel je Sau und Jahr. Um die Sau beim Säugen zu unterstützen, nutzt er seit 2010 das CulinaCupLine-System.

 

“Das habe ich von Jupp gelernt,” sagte Hendrik Bröring mit einem Augenzwinkern, nachdem er mehrfach bezüglich seines sehr guten Vortrages mit klaren, eindeutigen Aussagen angesprochen wurde. Das freute natürlich nicht nur den Adressaten dieses Lobes Josef Batke, Koordinator für die Fachbereiche Agrarwirtschaft, Ernährungsgewerbe und Körperpflege, sondern auch Berufsschullehrer Detlef Breuer.

 

Dr. Albert Hortmann-Scholten, Marktexperte der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, machte den Zuhörern deutlich, wie verheerend sich das russische Importverbot aufgrund der Ukrainekrise auf die heimische Wirtschaft und speziell auf die deutsche Fleischbranche auswirkt. „Auf dem Schweinefleischmarkt ist derzeit für viele Betriebe keine kostendeckende Produktion möglich. Da kann nur der noch Geld mit Schweinen verdienen, der optimale Leistung bringt.“ In 2015 könnte sich das Blatt wenden, wenn die Märkte in Asien ausgebaut und aufgrund der weltweit guten Ernten die Futtermittel günstiger würden.

 

Rechtsanwalt Holger Schwennen gab Einblicke in das neue Baugesetzbuch, gültig seit Herbst 2013. „Wer heute noch betrieblich am Standort wachsen will, muss dies sorgfältig durchplanen und bestimmte Punkte beachten. Den neuen Stall dezentral zur Hofstelle anordnen, Hecke oder Zaun sowie eigene Zufahrt schaffen und eine GbR o.ä. gründen sind einige solcher Maßnahmen.“ Er riet, grundsätzlich sehr weitsichtig zu planen, denn anfänglich gemachte Fehler seien später nur schwer auszubügeln.

Dass der Weg zu mehr Tierschutz und Nachhaltigkeit in der Nutztierhaltung unumkehrbar ist, erklärte Prof. Dr. Eberhard Haunhorst, Präsident des LAVES. „Die Haltungsbedingungen sollten ab jetzt den Tieren angepasst werden und nicht umgekehrt. Doch dann muss der Verbraucher auch mehr für Tierschutz zahlen, nur dann ist ein fairer Erlös für die Erzeuger möglich.“ Des Weiteren ging er auf die derzeit in den Medien diskutierten Tierschutzthemen ein.

 

Dr. Hortmann-Scholten, Schwennen, Bernd Bröring, Dr. Grau, Heger, Hendrik Bröring, Prof. Dr. HaunhorstIn amüsanter Weise erfuhren die Zuhörer vom Wissenschaftsjournalist Dr. Alexander Grau mehr über die Gründe für die steigende Anzahl Vegetarier. „Vegetarismus ist eine Ernährungsmode, und Mode ist nicht rational, sie hat mit dem Bedürfnis nach Abgrenzung und Prestige zu tun. Er hat selten moralische Motive. Der Vegetarismus kommt nicht aus sich selbst heraus, sondern durch den Trend zu fettarmem Essen und veränderten Kochgewohnheiten. Das macht die Küche fleischloser, zudem wird von vielen Singlehaushalten weniger gekocht.“ Selbst eine perfekte Marketingkampagne für Fleisch würde diesen Trend nicht umkehren. Trotzdem aber riet er, man sollte den Vegetarismus nicht überbewerten, denn es würden sicher nie alle Menschen auf Fleisch verzichten.

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