19
November

Agritechnica: Schüler informieren sich über Strategien für die Zukunft

Besondere Angebote für Junglandwirte – SMART-Farming – “Werkstatt Live” – Schüler bemängeln Fachkompetenz des Standpersonals der Traktorenhersteller – 450.000 Besucher – Positive Stimmung

 

Mit zwei Reisebussen machten sich knapp 100 Schülerinnen und Schüler des Agrar-Bereiches mit ihren Lehrerinnen und Lehrern der Justus-von-Liebig-Schule Vechta am Freitag, dem 15. November 2013, frühmorgens auf den Weg nach Hannover. Die Agritechnica hat sich in den letzten Jahren zur weltweiten Fachmesse für die Landtechnik entwickelt, was sich u.a. auch an den rund 450.000 Besuchern, darunter 112.000 aus dem Ausland, feststellen lässt.

 

Und für die angehenden Landwirte gab es auf der Messe jede Menge zu entdecken. Neben den Vechtaer Auszubildenden haben sich nämlich insgesamt mehr als 20.000 Junglandwirte, Schüler und Studenten aus dem In- und Ausland „Werkstatt Live“ über zahlreiche Jobforen bis hin zur individuellen Karriereberatung ausführlich informiert. Dabei zogen auch die Informationen von zahlreichen Herstellern zu den attraktiven Berufsfeldern in ihren Unternehmen den Nachwuchs in großer Zahl an.

 

Ein Highlight für den Nachwuchs war zudem die Young Farmers Party am Donnerstagabend mit rund 4.000 Teilnehmen, bei der die über ihre YouTube-Videos weithin bekannten Peterson Farm Brothers (Kansas/USA) auftraten.

 

Die Entwicklungen in der Elektronik und Sensorik bestimmen heute überwiegend den Innovationsgrad von Maschinen und Systemen mit dem Ziel, Prozesse noch effizienter, präziser, umweltschonender und kostensparender zu gestalten. Dank moderner Smartphones sind den Schülerinnen und Schülern verschiedenste Agraranwendungen bereits gut vertraut. Fortschritte waren auf der Agritechnica insbesondere bei der Vernetzung der unterschiedlichen Systeme zu verzeichnen. „Smart Farming“ vermittelte Lösungen, unter anderem zu den Themen Datenmanagement, Navigation/Sensortechnik, optimierte Hardware und Regelung/Steuerung.

 

Für die Vechtaer Landwirte in spe war natürlich der gesamte Bereich der Gülletechnik von großem Interesse. Hier zeigte sich, dass die Agritechnica Innovationsmotor und Ideengeber für die globale Landwirtschaft ist. Die Landmaschinenhersteller präsentieren ihre Innovationen für die moderne landwirtschaftliche Praxis weltweit. Die gezeigten Lösungen, insbesondere aus den Bereichen Elektronik, Steuerungs- und Regeltechnik sowie Datenmanagement, ermöglichen den Landwirten auf breiter Basis neue Chancen für notwendige Effizienzsteigerungen sowie für die Ressourcenschonung.

 

Dr. Reinhard Grandke vom Veranstalter DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) stellte zum Abschluss der internationalen Landtechnikmesse fest, dass die Stimmung unter Ausstellern und Besuchern positiv sei. Dies spiegele sich in einer hohen Investitionsneigung wider. „Mehr als zwei Drittel der Landwirte schätzen einer neutralen Besucherumfrage zu Folge ihre aktuelle Betriebssituation als gut ein. Sie wollen in den nächsten beiden Jahren investieren“, so Dr. Grandke.

 

Einziger Wermutstropfen dieser Leitmesse war, dass die gezeigten, überdimensionierten Maschinen größtenteils nicht unter Südoldenburger Verhältnissen einzusetzen sind. Die Schülerinnen und Schüler bemängelten zu Recht, dass die Ausstellung von PS und Arbeitsbreiten dominiert wurde. Außerdem mangelte es auf den Ständen der Traktorhersteller an Fachkompetenz, denn das Standpersonal konnte die Fachfragen, die die Schülerinnen und Schülern zur technischen Ausstattung von Schleppern für ein Datenbankprojekt hatten, schlichtweg nicht beantworten. Und so war bei der Agritechnica vieles eine echte Show.

 

Einhelliger Tenor der Agrarschüler war, dass man sich die Landtechnik besser vor Ort, z.B. bei den “Landtagen Nord” in Wüsting, der “Tarmstedter Ausstellung” oder der Gewerbeschau auf dem “Brockumer Markt” anschauen könne. Denn da gibt es dann auch die richtige Technik und kompetente Ansprechpartner.

 

Die nächste Agritechnica findet vom 10. bis 14. November 2015 auf dem Messegelände in Hannover statt.