20
December

Regisseur diskutierte mit Schülern den Dokumentarfilm „WER WAR HITLER“

Am Montag, den 11.12.2017, besuchte Regisseur Hermann Pölking-Eiken die Justus-von-Liebig-Schule und stellte sich den Fragen der Schülerinnen und Schüler zu seinem neuen Dokumentarfilm „Wer war Hitler“.
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Im Vorfeld der Filmvorstellung im Cineworld Kino Vechta erläuterte Hermann Pölking-Eiken in der Aula der Justus-von-Liebig-Schule den 254 anwesenden Schülerinnen und Schülern aus dem Beruflichen Gymnasiums Gesundheit und Soziales, den Berufsfachschulen für Sozialassistenten und Pflegeassistenten und der Fachschule Heilerziehungspflege die Entstehungsgeschichte des weltweit verkauften Dokumentarfilms.
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„Woher wissen wir etwas über Hitler?“ und „Wie wurden die Quellen aufbereitet?“ waren zwei der Kernfragen, die Hermann Pölking-Eiken den Schülerinnen und Schülern erläuterte. Viele Jahre habe er in 120 Archiven in 14 Ländern nach Dokumenten und „Filmschnipseln“ gesucht und dabei v.a. Amateuraufnahmen ans Licht befördert, die die Öffentlichkeit bislang noch nicht zu sehen bekommen habe.
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Zu Wort kommen in seinem Film nur Zeitzeugen. Abgesehen von einer Off-Sprecherin, die nur Hinweise zur Sacheinordnung gibt, werden ausschließlich Zitate aus Briefen, Tagebüchern, Autobiographien und Reden von Hitler selbst, von Menschen aus seinem persönlichem Umfeld, von Politikern, Schriftstellern, Künstlern, Widerstandskämpfern, Soldaten und Bürgern mit historischen Bild- und Filmmaterial montiert. Diese Vorgehensweise entspreche der Herstellung von Tonfilmen zur Zeit des Nationalsozialismus, erklärte der Regisseur den Schülern. Anfang des 20. Jahrhunderts konnte Bild- und Filmmaterial nur stumm aufgezeichnet werden. Der Ton wurde erst im Nachhinein darübergelegt. Auf diese Weise wird Hitlers Leben wie durch ein Kaleidoskop aus der Perspektive von Mitläufern, Mittätern, Gegnern und Opfern erzählt.
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Der Regisseur erläuterte den Schülerinnen und Schülern auch die Schwierigkeiten, die die Produktion eines solchen Dokumentarfilms macht. Da jeder den Ausgang der Geschichte kenne, bestünde die Schwierigkeit, den Film so aufzubereiten, dass die Menschen auch Interesse hätten, sich den Film anzuschauen. Trotz des schwierigen Themas habe er versucht, stellenweise zu unterhalten und Spannung zu erzeugen.
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„Wer war Hitler“ – Ein Tunichtgut, ein Kriegsverbrecher und Massenmörder? Der Film gibt darauf keine eindeutige Antwort, wie die Schülerinnen und Schüler im Anschluss an die Kinovorführung feststellten. Dies sei auch nicht der Zweck der Dokumentation gewesen, betonte Hermann Pölking-Eiken. Deshalb trage der Titel des Films auch kein Fragezeichen. Sein Ziel sei es gewesen, Zeitzeugen erzählen zu lassen und nicht die Geschichte des Nationalsozialismus zu interpretieren. Hitlers Leben und Wirken spiegele sich durch die Darbietungsform im Gesellschaftsbild der Jahre 1889 bis 1945.
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Kritisch wurde im Anschluss des Films auch der Umgang mit historischen Quellen reflektiert. Die Quellen der Bild- und Filmmaterialien werden – im Gegensatz zu den gesprochenen Zitaten – nur selten genannt. Hermann Pölking-Eiken begründet dies mit pragmatischen Gründen. Damit der Film nicht noch länger werde, habe man sich entschieden, die Bild- und Filmmaterialien nicht mit Quellenhinweisen zu versehen.
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Zum Ende der Diskussion wies der Regisseur, der aus Südoldenburg kommt, darauf hin, dass auch Material aus Vechta genutzt worden sei. In einer Szene, in der der Widerstand Kardinal Graf von Galens thematisiert wurde, werden Bürgerinnen und Bürger aus Vechta gezeigt.
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Als Dank für den Einblick in die Entstehungsgeschichte des Films und die Arbeitsweise des Regisseurs erhielt Herr Pölking-Eiken neben einer kleinen Aufmerksamkeit anhaltenden Applaus der Schülerinnen und Schüler.

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