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October

Vortrag zur Unterstützten Kommunikation

Über das Thema „Unterstützte Kommunikation“ referierte am Freitag, den 20.09.2019, Frau Barbara Klaus-Karwisch, Mitarbeiterin der Universität Oldenburg (Bereich: Pädagogik und Didaktik bei Beeinträchtigungen der geistigen Entwicklung). Auf Einladung des Fachbereichs Deutsch der Justus-von-Liebig-Schule Vechta informierte sie die Schülerinnen und Schüler der Fachschule Heilerziehungspflege und der Berufsfachschule Ergotherapie über die Möglichkeiten der Unterstützten Kommunikation.

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Unterstützte Kommunikation und ihre unterschiedlichen Möglichkeiten sind für Menschen entwickelt worden, die aufgrund einer Beeinträchtigung nicht oder nur eingeschränkt sprechen oder nicht oder nur eingeschränkt die Lautsprache verstehen können. Dabei werden körpereigene Kommunikationsformen, wie z.B. Lautsprache, Körpersprache, Mimik oder taktile Gebärden eingesetzt. Diese werden teilweise durch grafische Symbole wie Fotos, Bilder oder Zeichnungen unterstützt. So können sich Menschen mit Kommunikationsbeeinträchtigungen durch das Zeigen auf eines oder mehrere Symbole mitteilen. Aber auch Sprachausgabegeräte ermöglichen dem in der Kommunikation beeinträchtigten Menschen einfache Bedürfnisse und komplexe Inhalte zu vermitteln.

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Die Schülerinnen und Schüler bekamen zu Beginn des Vortrags die Aufgabe, ihrem Gegenüber die Frage „Wann ist Weihnachten?“ ohne die gewohnten verbalen Kommunikationsmöglichkeiten zu übermitteln, was jedoch kaum jemandem gelang.

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Frau Klaus-Karwisch schilderte zielgruppennah, mit vielen Beispielen aus den Arbeitsfeldern der angehenden Heilerziehungspfleger und Ergotherapeuten, welche Folgen durch das Nicht-Kommunizieren-Können entstehen. Dabei konnte sie besonders auf die praktischen Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler aus ihren Praktika zurückgreifen: Aggression, Frustration, Rückzug und Selbstaggression seien typische Auswirkungen, wenn die Kommunikation im zwischenmenschlichen Bereich problematisch bis unmöglich sei. Bedürfnisse von Menschen mit Kommunikationsbeeinträchtigungen würden nicht befriedigt, das Ausbilden von Kompetenzen sei erschwert und Partizipation im vollen Umfang nicht möglich.

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Die Möglichkeiten und Mittel der Unterstützten Kommunikation brachte die Referentin den Schülerinnen und Schülern durch eine Vielzahl von Anschauungsmaterialien nahe. Frau Klaus-Karwisch zeigte den Einsatz von körpereigenen, nichtelektronischen und elektronischen Kommunikationsformen und gab den Schülerinnen und Schülern Techniken an die Hand, mit denen Situationen einfach gelöst werden können und beispielweise die Frage nach Weihnachten keine unüberwindbare Hürde bleiben muss.

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Für die Schülerinnen und Schüler der Fachschule Heilerziehungspflege und der Berufsfachschule Ergotherapie wurde im Rahmen des Vortrags die Notwendigkeit der Unterstützten Kommunikation für ihren beruflichen Kontext deutlich. Denn nur durch geeignete Unterstützung können sie Menschen mit Kommunikationsbeeinträchtigungen eine umfassende Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen.

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