10
January

Preissicherungsstrategien für Mastschweine und Kartoffeln für die Zukunft

Justus-von-Liebig-Schüler sammeln Erfahrungen im Terminhandel von Agrarprodukten

 

„Die Volatilität an den Agrarmärkten nimmt zu“, dessen ist sich Wolfgang Sabel, geschäftsführender Gesellschafter der Kaack Terminhandel GmbH aus Cloppenburg, sicher. Am Donnerstagvormittag (10.10.13) vermittelte der Broker den Schülerinnen und Schülern der „Einjährigen Fachschule Landwirtschaft“ (EFL) der Vechtaer Justus-von-Liebig-Schule einen Einblick in Hedge-, Arbitrage- und Spekulationsgeschäfte.

 

Für die Entwicklung der Rohstoffpreise seien die regionalen Gegebenheiten immer weniger von Bedeutung. So bestimme z.B. beim Weizen die amerikanische CBoT (Chicago Board of Trade) das Marktgeschehen, dem die französische Matif (Marché à terme des Instruments Financiers) in Paris mit Verzögerung folge. Und dem könne sich die heimische Mischfutterbranche auch nicht mehr entziehen, was sich aktuell auch in den Futtermittelpreisen niederschlage.

 

Die Schülerinnen und Schüler, alle angehende „staatlich geprüften Wirtschafter“, entwickelten mit Herrn Sabel anhand des Ferkeleinkaufes eine Strategie zur Preisabsicherung eines Durchgangs von Mastschweinen. Hier ging es darum, mittels der Frankfurter Warenteminbörse EUREX (European Exchange) bereits beim Aufstallen der Ferkel den Verkauf der Mastschweine abzusichern und sich somit einen Unternehmergewinn für einen Durchgang zu sichern.

 

Außerdem wurde eine Preisabsicherungsstrategie für den Anbau von Speisekartoffeln simuliert. Der Cloppenburger Terminmarktexperte Sabel sieht im Sommer bis spätestens Mitte August einen optimalen Zeitpunkt zur Absicherung, die bei Kartoffeln unbedingt geboten sei. Denn Angebotsschwankungen von 10 % könnten eine Preisreaktion von 30 % zur Folge haben, was für einen Landwirt schnell existenzbedrohend sein könne.

 

Anhand der kalkulierten Beispiele empfahl der der Broker eine gewinn- bzw. deckungsbeitragsorientierte Absicherung unter Berücksichtigung der saisonalen Schwankungen. Je höher der abzusichernde Deckungsbeitrag des jeweiligen landwirtschaftlichen Produktionsverfahrens sei, desto mehr empfehle sich eine Absicherung über die Warenteminbörse. Für die Absicherung empfehle sich z.B. eine Bandbreite von 30 % bis 90 % der Produktion, die entsprechend mit der Erwartung der Höhe der Deckungsbeiträge korreliert ist. Außerdem erhielten die Vechtaer Agrar-Schüler einen Überblick über die Raps- und Sojamärkte.

 

Die EFL-Schülerinnen und Schüler waren am Ende des Vormittages um viele Erfahrungen reicher. Und ihr neu angeeignetes Wissen über Warentermingeschäfte werden sie jetzt umgehend im Internet in einem noch bis Ende Februar laufenden Warenterminbörsenspiel unter Beweis stellen.