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February

Erzeuger-Preisprognose für wichtigste Agrarmärkte 2016

Preisentwicklung bis auf Veredlungskartoffeln ernüchternd: Milch 27,6 Cents/kg – Schweine 1,41 €/kg – Ferkel 40,74 €/25kg – Weizen 16,45 €/dt – Veredelungskartoffeln 14,30 €/dt

 

In Gruppenarbeit haben 16 Schüler der „Einjährigen Fachschule Landwirtschaft“ (EFL) der Justus-von-Liebig-Schule Vechta in den vergangenen Wochen die wichtigsten Agrarmärkte analysiert. Die Analyse der Milch-, Schweine-, Ferkel-, Getreide- und Kartoffelmärkte mündet nun in einer Erzeuger-Preisprognose für das laufende Jahr 2016. Die angehenden „Staatlich geprüfte Wirtschafter“ haben für die wichtigsten Erzeugnisse tierischer Herkunft jedes Quartal einen Erzeugerpreis prognostiziert. Aus diesen Quartalspreisen wiederum errechnet sich der Jahresdurchschnittspreis 2016, mit dem die Tierhalter alle anfallenden variablen und Festkosten decken müssen.

Nach Einschätzungen der EFL-Schüler wird das Jahr für die Milcherzeuger eine Herausforderung, da die Preise kurzfristig nicht steigen werden. Im Laufe des Jahres wird sogar noch ein weiteres Absinken der Preise zu beobachten sein. Dann wird ein Preisanstieg bis zum Ende des Jahres auf 30 Cent/kg Milch erwartet.. Insgesamt prognostizieren die Landwirte Durchschnittspreis von 27,6 Cent/kg für das Jahr 2016, u.a. bedingt durch politischen Rahmenbedingungen und Exporte im asiatischen Raum.

Die Ferkelpreisprognose für das Jahr 2016 basiert auf 25 kg schweren Ferkel bei Abnahme von 200er Gruppen ab Hof des Ferkelerzeugers. Jetzt am Anfang des Jahres steigt der Ferkelpreis leicht, begründet ist dies mit dem Sommerloch zum Belegzeitpunkt der Sauen im August vergangenen Jahres. Dadurch wird das Angebot etwas knapper ausfallen. Außerdem wurden zum Ende 2015 3 % weniger Sauen gehalten als im Vorjahr und 6 % weniger Jungsauen eingestallt. Und bei den Holländern wurden ebenfalls weniger Sauen gehalten.

 

Der voraussichtliche Durchschnittspreis im Jahr 2016 soll 40,74 €/Ferkel liegen. Das wären 3,10 € mehr als im Vorjahr und entspricht einer Preissteigerung von gut 8 %. Der Preise kann jedoch stark variieren, wenn sich die politischen Rahmenbedingungen ändern, wie z.B. ein Ende des Russlandembargos für deutsches Schweinefleisch erfolgen würde.

 

Der Schweinepreis in 2016 wird sich nicht wesentlich verbessern. Die EFL-Schüler erwarten einen Durchschnittspreis von 1,41 €/kg Schlachtgewicht. Im 1. Quartal gehen sie von dem geringsten Durchschnittspreis mit 1,35 €/kg Schlachtgewicht aus. Besser soll es aber im 3.Quartal mit dem höchsten Durchschnittspreis von 1,45 €/kg Schlachtgewicht werden. Grund für diese andauernde Preismisere sehen die Experten in der von der EU-kommission eingeführten Privaten Lagerhaltung (PLH) und dass Russland die Grenzen für Schweinefleischimporte geschlossen hat.

 

Die Getreidepreise sind in den letzten Monaten weltweit gefallen. Im Jahresdurchschnitt 2015 über 10%. Die künftigen Weizenkurse 2016 sehen US Marktexperten an der Warenterminbörse bei 170 bis 180 €/t an. Daraus resultieren zum Zeitpunkt der Ernte 2016 Erzeugerpreise frei Erfassungslager im Raum Weser-Ems von Landhandel, Genossenschaft oder Mischfutterwerk von ca.:

 

- Weizen 165 €/t Jahresdurchschnitt 164,50 €/t
- Roggen 140 €/t Jahresdurchschnitt 144,75 €/t
- Gerste 155 €/t Jahresdurchschnitt 155,75 €/t

 

Im Veredelungskartoffelbereich für Pommeskartoffeln der Klasse “50 +” wird der Preis von 2015 auf 2016 deutlich ansteigen, da in Europa 15,1 % weniger geerntet wurde und die Nachfrage auf demselben Niveau bleibt.

 

Die Preisprognose bezieht sich auf eine Anlieferung frei Fabrik. In der Haupterntephase von September bis November wird der Durchschnittspreis bei 9,50 €/dt und im Jahresdurchschnitt bei 14,30 €/dt liegen.

 

Der Preis soll bis Juni auf ein Hoch von 24,00 €/dt steigen, da die Fabriken stark nach Veredelungskartoffeln suchen. In der Haupterntephase sinkt der Preis auf bis zu 8 €/dt, weil die Anbaufläche und Erntemenge in Europa steigen wird. Zum Ende des Jahres wird der Preis aufgrund steigender Nachfrage wieder bis zu 12,50 €/dt ansteigen, meinen die EFL-Experten.