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March

BFS Agrar: Vergleich und Bewertung automatischer Melksysteme (AMS)

BFS Agrar: Vergleich und Bewertung automatischer Melksysteme (AMS) – „Lely Astronaut-“ vor „De Laval-“ und „BouMatic“-Roboter

 

Von Sandra Bickert und Lukas Post (beide V.i.S.d.R) sowie Malte Rommel, Fabian Sandmann, Björn Kühling und Johannes Maibaum, Berufsfachschule Agrar, März 2013.

 

Mithilfe auf der Eurotier 2012 gesammelter Materialien über die Melkroboter der Firmen Fullwood, Happel, BouMatic, Lely, SAC und DeLaval haben Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule Agrar der Justus-von-Liebig-Schule Vechta eine Datenbank erstellt. Wichtige Vergleichskriterien waren Service, Material und Platzbedarf sowie Leistung und Preis.

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Die meisten Vorteile gegenüber andern Marktpartnern hat laut Auffassung der Schüler der „Lely Astronaut“. Er überzeugt bei der Berücksichtigung des Standortes (Vechta) mit einer naheliegenden Servicestation in Westerstede, der Anpassungsfähigkeit an den Stall und durch die hochwertige und stabile Ausstattung (Edelstahl und z.T. Karbon). Den Roboter gibt es als Einzelbox, er ist für bis zu 70 Kühe geeignet und hat einen Anschaffungspreis von 150.000,-€ (2140,-€ pro Kuh).

 

Auf dem zweiten Platz sehen die zukünftigen Landwirte den Roboter von „DeLaval“, der ebenfalls wenig Platz benötigt und aus robusten Materialien besteht. Die Entfernung bis zum nächsten Fachhändler (Sitz in Hamburg) ist ihrer Meinung nach jedoch zu weit entfernt. Die Anschaffungskosten für die Einzelbox betragen 130.000,-€ (1857,-€ pro Kuh).

 

Darauf folgt der „BouMatic-Roboter“, den es als Einzel- oder Doppelbox gibt. Er besitzt eine voll isolierte Technikbox, durch die er aber viel Platz benötigt. Die Anschaffungskosten liegen bei der Einzelbox bei etwa 130.000,-€ (1180,-€ pro Kuh) und einer Leistung von 60 Tieren.

 

Die Doppelbox hat einen Anschaffungspreis von 160.000,-€ (1454,-€ pro Kuh) und ist für 110 Kühe ausgelegt.

 

Qualität und Leistung konnten die Schülerinnen und Schüler bei den Modellen der Firmen SAC und Fullwood, trotz der stark voneinander abweichenden Preise, nicht überzeugen und so belegen beide Roboter den 4. Platz

 

Die Einzelbox von SAC liegt bei 100.000,-€ (1130,-€ pro Kuh) und ist für eine Kuhanzahl von 60 – 65 Tieren bestimmt. Die Doppelbox hat einen Preis von 155.000,-€ (1291,-€ pro Kuh) und schafft bis zu 120 Tiere am Tag.

 

Die Kosten für den Fullwoodroboter, den es nur als Einzelbox gibt, liegt bei 150.000,-€ (2142,-€ pro Kuh) er kann das Melken von bis zu 70 Kühen übernehmen.

 

Beim Happel sind die hochwertigen Materialien, die verarbeitet werden, positiv zu vermerken. Die stärksten Argumente gegen ihn sind jedoch, dass europaweit nur zwei AMS von Happel im Einsatz sind und dass bei Bedarf ein Servicetechniker aus den USA eingeflogen werden müsste.

 

Aus diesen Gründen sehen die Schüler den Roboter, den man nur als Doppelbox erwerben kann, auf dem 5. und damit letzten Platz der von Ihnen analysierten Melkroboter. Der Anschaffungspreis liegt bei 160.000,-€ (1818,-€ pro Kuh).

 

Fazit:

 

Die betriebliche Umstellung auf Automatische Melksysteme oder ihre Verwendung in neugebauten Stallanlagen kann zu einer erheblichen Zeit- und Arbeitsersparnis führen, durch die gründlichere Hygiene und das regelmäßigere Melken (3 mal täglich) kann die Milchleistung der Kühe gesteigert und die Eutergesundheit verbessert werden. Nachteile, die die Schüler den Robotern entgegenzusetzen haben, sind die hohen Anschaffungskosten und die ständige Bereitschaft bei Fehlermeldungen möglichst schnell den Stall aufsuchen zu müssen.

 

Aus diesen Gründen sind die Schülerinnen und Schüler der BFS Agrar der Meinung, dass sich bei guter wirtschaftlicher Lage, gründlicher Überlegung und Planung die Anschaffung eines Roboters lohnen kann.