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Ja, sagt Hans-Jörg Eynck vom Unternehmen
TönniesFleisch, Schweinefleisch ist und bleibt der Motor der zukünftigen
Entwicklung. Über 100 Landwirte und Schüler waren am vergangenen Freitag
(21.01.11) in die Justus-von-Liebig-Schule nach Vechta gekommen, um die
Einschätzung des Experten zur aktuellen Marktentwicklung zu hören. ![]() Anderthalb Stunden waren für die Vortragsveranstaltung des Fachbereichs Agrar geplant, am Ende wurden es fast drei. Denn bei den Themen Dioxin, Marktzusammenbruch, AutoFOM-Maskenumstellung und „pauschaler Abzug Kopfgewicht“ wurde die lebhafte Diskussion durch die persönliche Betroffenheit der Anwesenden geprägt. Studiendirektor Josef Batke, Koordinator des Fachbereich Agrar, moderierte die Veranstaltung souverän. Er sorgte dafür, dass alle Fragen gestellt und auch beantwortet wurden. Für das erste Halbjahr kündigte Eynck für das Unternehmen TönniesFleisch, dass Schweine in Sögel, Rheda-Wiedenbrück und Weißenfels schlachtet, eine neue AutoFOM-Maske an. Die neue Maske werde ein Signal für niedrigere Schlachtgewichte setzen. Das werde die Schweinemäster bezüglich der Futtermittelkosten entlasten. Eynck machte den Anwesenden trotz der momentan angespannten Gesamtsituation Mut. Im Moment sei es Dioxin, demnächst könne es etwas anderes sein, dass die Preise zum Abstürzen bringe. Dann griffen wieder die gleichen Mechanismen, die schwer zu beherrschen seien. Um dafür gewappnet zu sein, bedürfe es eines gut funktionierenden Qualitätsicherungssytems. Denn dies sei für die Belieferung unserer europäischen Nachbarn eine Mindestvoraussetzung. TönniesFleisch habe einen Exportanteil von 50 %, so der Marktexperte, 78 Länder zählt das Unternehmen zu seinen Kunden. Und gerade auf diesen sensiblen Exportmärkten sei Deutschland sehr verwundbar. Langfristig ständen die Zeichen auf weiterem Wachstum, meint Eynck. Insbesondere die asiatischen Märkte hätten noch ein enormes Potential. Da die Dänen und Niederländer ihre Schweinehaltung zurückfahren würden, ergebe sich für die deutschen Schweinehalter weitere Chancen. Von dieser Entwicklung würden die Zentren der Veredlung profitieren, insbesondere Süd-Oldenburg. TönniesFleisch gilt als Pionier in der Ebermast. Und mit der Vion und der Westfleisch bekennen sich mittlerweile die drei größten deutschen Schlachtunternehmen zur Ebermast. Ab 2015 verzichten die Niederländer auf die Ferkelkastration und ab 2018 ist sie EU-weit verboten. Die Ebermast sei anderen Alternativen, wie zum Beispiel dem Sperma-Sexing oder der Impfung gegen Ebergeruch überlegen. Es müsse jedoch sichergestellt werden, dass kein Geschlechtsgeruch auffälliges Fleisch in den Handel gelange. Deshalb sei die Weiterentwicklung der sogenannten „elektronischen Nase“ für das Schlachtband extrem wichtig. Dazu gebe es jetzt neue, vielversprechende Ansätze. Seit November letzten Jahres rechnet TönniesFleisch die Eber nach einer Maske ab. Die Ebermast generiere allein aus der Abrechnung einen Vorteil von 2 € je Schwein. Wird der Duroc-Eber eingesetzt, so kommt zusätzlich eine um 100 bis 200 Gramm besser täglich Futterverwertung hinzu. Hans-Jörg Eynck dankte für die Einladung des Agrarbereiches der Justus-von-Liebig-Schule und sprach spontan eine Gegeneinladung zum Besuch Europas modernsten Schlachthofes in Rheda-Wiedenbrück aus – natürlich mit einer reichhaltigen Eberfleisch-Verkostung! Detlef
Breuer |
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