Fortbildung Eurotier 2010

Justus-von Liebig-Schüler nutzen Eurotier zur Fortbildung
– Niedersachsens Tierhaltungs-TÜV wirft seine Schatten voraus.

„Sau gute“ Stimmung in der „Arena“ und beim „Abkalben“.

  Über 100 Schüler der Vechtaer Justus-von-Liebig-Schule fuhren nach Hannover zur Eurotier 2010, um sich in einer eintägigen Fachexkursion in der Schweine- und Milchvielhaltung sowie der Biogaserzeugung auf den neusten Stand zu bringen.

 Die Schüler wurden von DLG-Projektleiter Sven Häuser über die Auswirkungen der ab dem Jahr 2013 vorgeschriebenen Gruppenhaltung für Zuchtsauen informiert. Die Fortbildung fand auf dem DLG-Stand „Sau gut in Gruppen“ statt. So erfuhren die Schüler unter anderem, dass spätestens in zwei Jahren jeder Ferkelerzeuger eine „Arena“ auf seinem Betrieb haben muss. Bei der „Arena“ handelt es sich um ein Extra-Stallabteil mit weitläufigen Auslaufmöglichkeiten. Dadurch soll Verletzungen vorgebeugt werden, denn wenn Sauen in Gruppen zusammengestallt werden, kommt es mitunter zu heftigen Rangkämpfen. Eine rege Diskussion machte die Berufsschüler mit den möglichen Leitlinien, die die Grundlage für Niedersachsens neuen Tierhaltungs-TÜV in der Sauenhaltung darstellen können, vertraut.

 Ein weiterer Programmpunkt war die „Fruchtbarkeit der Milchkuh“. Auch zu diesem Thema gab es ein auf die Bedürfnisse der Schüler zugeschnittenes „Special“. So konnten die Schüler Fehllagen bei der Geburt eines Kalbes, wie sie in der Praxis des Öfteren vorkommen, selbst anhand eines Modells ertasten und dann korrigieren. Beim Abkalben leitest der Landwirt „Geburtshilfe“ und diese erfolgt auch durch das Herausziehen des Kalbes aus dem Geburtskanal an den Vorderläufen. Um das Kalb nicht zu verletzten darf die Zugkraft jedoch 750 Newtonmeter nicht überschreiten. Und wie viel 750 Newtonmeter sind, konnten die Schüler an einem extra dafür hergerichteten Messstand ausprobieren.

 Die Fachexkursion rundete ein Besuch der Ausstellung „BioEnergy Decentral“ ab. Dort wurde über Potenziale im Bereich Bioenergie und dezentrale Energieversorgung informiert

Die Schüler informierten sich über neueste Technologien bei der Rohstoffbereitstellung und -aufbereitung, sie trafen Komponentenhersteller und diskutierten mit Komplettanbieter sowie Betreibern von Biogasanlagen. Es blieb anschließend noch ausreichend Zeit, dass sich jeder einzeln noch mit dem einen oder anderen Thema intensiver beschäftigen konnte.