9
April

BFS- und GSt-Agrarschüler „zeigen Herz“ – Denn grau ist alle Theorie

Für die Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule Agrar (BFS, ehem. BGJ Landwirtschaft) und der Grundstufe Agrar (GSt = erstes Lehrjahr Landwirtschaft) stand in der vergangenen Woche in Gruppenarbeit die Sektion von Schweineherzen auf dem Stundenplan. Denn in „Tierproduktion“ (*) mussten die angehenden Landwirte zum Abschluss des Themas „Blut und Blutkreislauf“ ihr Fachwissen und ihre praktischen Fähigkeiten unter Beweis stellen.

 

So wurden zuerst das Gewicht der Schweineherzen geschätzt und anschließend zur Kontrolle gewogen. Eine Gruppe kam sogar zu einem erstaunlich guten Schätzergebnis, denn sie lagen nur 37 Gramm über dem tatsächlichen Gewicht.

 

Als nächstes wurden die Herzen äußerlich untersucht, die wichtigsten anatomischen Teile wurden mit von den Schülerinnen und Schüler beschrifteten Fähnchen markiert. Selbstredend, dass dies von den jeweils anderen Gruppen überprüft und bewertet wurde.

 

Der für die Schülerinnen und Schüler schwierigste Teil war sicherlich die anschließende Sektion des Schweineherzens, wo ein Blick in das Innere des Hohlmuskels eröffnet werden musste. Denn die Sektion musste sehr sorgfältig erfolgen, um die wichtigsten Bereiche nicht zu zerstören. Denn es galt, 13 verschiedene Teile des Herzens zu identifizieren. Und ein falscher Schnitt machte da der ein oder anderen Gruppe dann schon einmal einen Strich durch die Rechnung. Doch es wurde gut gearbeitet, so dass nicht auf ein Ersatz-Herz zugegriffen werden musste.

 

Die vierte Aufgabe bestand darin, eine Taschenklappen des Herzens zu isolieren, mit einer anderen Gruppe zu tauschen und somit eine Herzklappen-Transplantation praktisch zu simulieren. Auch bei diesem Arbeitsschritt bewerteten die Schülerinnen und Schüler die gegenseitige Ausführung, Sorgfalt und Sauberkeit der anderen Gruppen.

 

Beim letzten Arbeitsschritt musste das Herz mit Hilfe von Nadel, Faden und Nadelklemme wieder in seinen Ursprungszustand versetzt werden. Da zeigte sich abschließend, dass sich die sorgfältige Sektion bezahlt macht. Denn hier ließ sich Dank der sauberen Arbeit durchaus Zeit sparen und Punkte in der Bewertung sammeln.

 

Für die Schülerinnen und Schüler war der Tag ein echtes Highlight. Sie wünschten sich – bezogen auf die Anatomie – mehr derartig anschauliche Unterrichtseinheiten. Und diesem Wunsch soll natürlich nachgekommen werden, denn der Körper des Nutztiers bietet ein nahezu unerschöpfliches Potential.

 

 

(*) Umgangssprachlich „Tierproduktion“ = Lernfeld 4 „Tiere artgerecht füttern und halten“, Lernsituation 4 „Gesundes Tier – krankes Tier“, Thema „Blut“, Unterrichtseinheit „Sektion des Herzens“

 

 

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